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Die Da-Vinci-
Formel

Kein anderer längst verstorbener Künstler und Ingenieur fasziniert die Menschen so sehr wie Leonardo da Vinci. Seine viel bewunderte Innovationsstärke war jedoch kein Geschenk des Himmels, sondern das Ergebnis ganz bestimmter Erfolgsprinzipien, die das Universalgenie gezielt verfolgte. Diese Prinzipien sind auch heute noch ein wahrer Innovations-Booster. Hier eine Auswahl:

von Jens Möller   Dezember 2018

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Umgib dich mit inspirierenden Menschen

Da Vinci war ein leidenschaftlicher Netzwerker – lange bevor der Begriff „Networking“ die Popularität erlangte, die er heute genießt. Sobald er sich in ein neues Thema oder Projekt verbissen hatte, zu dem ihm noch Informationen fehlten, machte sich da Vinci auf die Suche nach Kollegen und Experten, die seine Wissenslücken füllen konnten. Seine Notizbücher sind voll mit Namen unterschiedlichster Fachleute, die er unbedingt treffen wollte. Er schien damals schon intuitiv gewusst zu haben, wie wichtig das richtige soziale Netzwerk für unseren beruflichen Erfolg ist. Da Vinci schuf sich an all seinen Wirkungsstätten ein inspirierendes Umfeld aus den führenden Persönlichkeiten, Künstlern und Wissenschaftlern seiner Zeit. Diese Netzwerke und Kooperationen ermöglichten es ihm, seine Gedanken und Ideen schneller weiterzuentwickeln.

Baue auf den Ideen anderer auf

Lange Zeit glaubten Wissenschaftler, dass da Vincis Ideen das Resultat seines einzigartigen Erfindergeists waren. Später zeigte sich jedoch, dass viele seiner Ideen im Original gar nicht von ihm stammten. So lassen sich zahlreiche seiner Konstruktionen in ähnlicher Form bereits bei anderen Renaissanceerfindern entdecken. Da Vinci scheute sich also nicht davor, auf fremde Ideen zurückzugreifen und sie für sich zu nutzen. Dabei ging es ihm jedoch nie um blinde Nachahmung. Wenn er sich intensiver mit einer fremden Idee befasste, tat er das immer mit der Absicht, diese zu verbessern und zu perfektionieren. Gerade die Art und Weise, wie da Vinci bestehende Stile, Theorien und Techniken hinterfragte, überdachte und verbesserte, zeigt die Brillanz und Zielstrebigkeit seines innovativen Geistes.

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Denke mit dem Stift in der Hand

Da Vinci war ein begeisterter Notizbuchschreiber und praktizierte das „Denken mit dem Stift“. Als Ideenjäger wusste er, dass der nächste zündende Einfall überall auf ihn warten konnte. Deshalb trug er immer ein kleines Notizbuch bei sich. So stellte er sicher, dass er all seine Beobachtungen und Gedanken zu jedem Zeitpunkt aufschreiben und bei Bedarf schnell auf sie zurückkommen konnte. Auf Tausenden Notizbuchseiten hielt da Vinci alles fest, was er beobachtete und was ihn bewegte – seien es Ideen, Studien, Zeichnungen oder persönliche Erfahrungen. Er wusste von der Flüchtigkeit unserer Gedanken und wollte deshalb so viele Dinge wie möglich festhalten. Die Themenvielfalt in seinen Notizbüchern erleichterte es ihm später, innovative Verbindungen zwischen weit entfernten Themengebieten herzustellen.

Zahlen & Fakten zu Da Vinci

 

Das Universalgenie ...

Verbinde das Unverbundene

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Um neue Erkenntnisse für seine Flugstudien zu gewinnen, kam da Vinci auf die ungewöhnliche Idee, Fische im Wasser zu studieren. Dabei entdeckte er, dass sich die Strömungen des Wassers und der Luft stark ähneln und machte sich diese Entdeckung für seine Flugmaschinen zunutze. In dieser als Querdenken bekannten Disziplin war da Vinci unschlagbar: Er besaß die Fähigkeit, Verbindungen zwischen Dingen herzustellen, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Dank dieser Denkweise gelang es ihm auch, die Ausbreitung des Schalls mit Wellen im Wasser und die Funktion der Herzklappen mithilfe von Schleusentoren zu erklären. Indem da Vinci Bereichsgrenzen bewusst ignorierte und unterschiedliche Disziplinen verknüpfte, gelangte er zu seinen bahnbrechendsten Innovationen.

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Probe deinen Mut

Sein Mut, revolutionäre Ideen auszudrücken und dabei immer wieder die Grenzen des Etablierten zu überschreiten, ist ein weiteres Erfolgsprinzip da Vincis. All seine bahnbrechenden Ideen, Beobachtungen und Erfindungen wären ohne seine Bereitschaft, jede Form blinder Nachahmung abzulehnen und eigenen Überzeugungen zu folgen, nicht möglich gewesen. Seine eigenwilligen Bildkompositionen, visionären Flugmaschinen und anatomischen Studien sind nur einige wenige eindrucksvolle Beispiele für diesen kreativen Mut. Als überzeugter „Fortschritt-Macher“ hinterfragte er immer wieder den Status quo, erkundete neue Pfade und war seinen Konkurrenten dadurch oft meilenweit voraus. Und er ebnete den Weg von der rein ausführenden zur ausdrückenden Kunst. Das alles ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er in einer Zeit lebte, in der ein Abweichen von sozialen und religiösen Normen jederzeit ernsthafte oder im schlimmsten Fall sogar tödliche Konsequenzen haben konnte.

Der findige Firmengründer

Dass die Da-Vinci-Formel funktionieren kann, hat auch Dr. Georg Schaeffler (1917–1996) bewiesen. Der Firmengründer hat – höchstwahrscheinlich unbewusst – einige der Prinzipien des Universalgelehrten angewendet.

 

Sich mit inspirierenden Menschen umgeben

Georg Schaeffler suchte nicht nur den Kontakt zu Ingenieuren und Technikern in anderen Firmen. Ebenso große Stücke hielt er auf seine Mitarbeiter, deren Gehirne er annerkennend als „Biocomputer“ bezeichnete.

 

Auf Ideen anderer aufbauen und das Unverbundene verbinden

Querdenker Georg Schaeffler hat das Nadellager nicht erfunden, aber erst seine Idee, die Nadeln achsparallel einzeln in einem Käfig zu führen, sorgte für den Durchbruch. Im Laufe seiner Schaffenszeit meldete er 70 eigene Erfindungen zum Patent an, die letzte kurz vor seinem Tod. Der Titel: „Tassenförmiger Ventilstößel.“

 

Den eigenen Mut proben

Wie da Vinci wusste auch Georg Schaeffler, dass ihm der nächste zündende Einfall überall kommen kann. Die bahnbrechende Idee des käfiggeführten Nadellagers kam ihm bei einer Autofahrt. Grundlage dafür war, dass Schaeffler die Bauart bestehender Nadellager hinterfragte. Und wie da Vinci folgte Schaeffler seiner Überzeugung: Mit seinen Mitarbeitern stellte er den ersten Prototypen in nur einem Tag fertig. Wenig später klopfte er bei Mercedes-Benz und Adler an, um die Novität vorzustellen. Dort war man sofort begeistert und platzierte zwei Großaufträge. Ein Erfolg, der Georg Schaeffler beflügelte, mutig neue Produkte zu entwickeln. Schon fast legendär und Ausdruck seines Pioniergeistes ist sein Bonmot, die Markenabkürzung INA mit „Immer neue Aufgaben“ zu interpretieren.

Der Autor

Jens Möller ist Innovationscoach, Autor und Keynote-Speaker. Er ermutigt Menschen und Unternehmen dazu, ihr innovatives Potenzial zu erkennen, zu entwickeln und erfolgreich für sich zu nutzen. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Jens Möller mit dem Leben des Renaissancegenies Leonardo da Vinci und ist der Gründer des „Leonardo da Vinci Forums“, eines Thinktanks zur Zukunft der Innovation. Sein Buch „Die Da-Vinci-Formel“ ist im Redline Verlag erschienen.

Fotos Getty

... lernt Lesen, Schreiben und Rechnen nur mühsam, Latein nie.

... wird 1452

im Toskanadorf Vinci in Italien geboren. Mutter Bauernmädchen,

Vater Notar.

... betreibt anatomische Studien und beschreibt den Aufbau des Herzens, den Blutkreislauf und das Skelett des Menschen.

... entwirft 1485 Pläne für eine Stadt mit Kanalisation, Müllabfuhr und einem Pumpensystem, das jedes Haus mit Wasser versorgt.

... entwickelt zahlreiche Maschinen, u. a. die Vorläufer eines Helikopters und eines Autos, einen Gleitflieger, einen Panzer und eine Taucherglocke.

... sammelt die damals beeindruckende Zahl von 150 Büchern.

... entwickelt allein 67 Begriffe für die Bewegung von Wasser.

... zieht zehn Mal in seinem Leben um.

... fertigt 100.000 Zeichnungen und Skizzen an.

... malt 1503–1506  die Mona Lisa, heute das berühmteste Gemälde der Welt.

... stirbt 1519 mit 67 Jahren in Frankreich.

... verfasst rund 24.000 Notizbuchseiten,

viele in Spiegelschrift.

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Der findige Firmengründer

Dass die Da-Vinci-Formel funktionieren kann, hat auch Dr. Georg Schaeffler (1917–1996) bewiesen. Der Firmengründer hat – höchstwahrscheinlich unbewusst – einige der Prinzipien des Universalgelehrten angewendet.

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    Sich mit inspirierenden Menschen umgeben

    Georg Schaeffler suchte nicht nur den Kontakt zu Ingenieuren und Technikern in anderen Firmen. Ebenso große Stücke hielt er auf seine Mitarbeiter, deren Gehirne er annerkennend als „Biocomputer“ bezeichnete.

     

    Auf Ideen anderer aufbauen und das Unverbundene verbinden

    Querdenker Georg Schaeffler hat das Nadellager nicht erfunden, aber erst seine Idee, die Nadeln achsparallel einzeln in einem Käfig zu führen, sorgte für den Durchbruch. Im Laufe seiner Schaffenszeit meldete er 70 eigene Erfindungen zum Patent an, die letzte kurz vor seinem Tod. Der Titel: „Tassenförmiger Ventilstößel.“

     

    Den eigenen Mut proben

    Wie da Vinci wusste auch Georg Schaeffler, dass ihm der nächste zündende Einfall überall kommen kann. Die bahnbrechende Idee des käfiggeführten Nadellagers kam ihm bei einer Autofahrt. Grundlage dafür war, dass Schaeffler die Bauart bestehender Nadellager hinterfragte. Und wie da Vinci folgte Schaeffler seiner Überzeugung: Mit seinen Mitarbeitern stellte er den ersten Prototypen in nur einem Tag fertig. Wenig später klopfte er bei Mercedes-Benz und Adler an, um die Novität vorzustellen. Dort war man sofort begeistert und platzierte zwei Großaufträge. Ein Erfolg, der Georg Schaeffler beflügelte, mutig neue Produkte zu entwickeln. Schon fast legendär und Ausdruck seines Pioniergeistes ist sein Bonmot, die Markenabkürzung INA mit „Immer neue Aufgaben“ zu interpretieren.