Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt

Von Björn Carstens
Mit Hochdruck testen und planen Unternehmen rund um die Welt den Einsatz humanoider Roboter, Analysten gehen von Millionen-Stückzahlen und Milliarden-Umsätzen in den nächsten Jahren aus. Schaeffler präsentiert auf der CES 2026 Zukunftstechnologien für genau solche Roboter.
© Schaeffler

Nach Dampfmaschine, Auto, Computer, Roboter, Smartphone und KI steht die nächste disruptive Technologie in den Startlöchern: humanoide Roboter. Schon bald könnten wir in einer Welt leben, in der humanoide Roboter rund um den Globus im Einsatz sind – in Fabriken, Lagern und Werkshallen, in Pflegeheimen, Arztpraxen und in den eigenen vier Wänden. Allein Schaeffler will in den kommenden zehn Jahren eine mittlere vierstellige Zahl von Humanoiden in sein Produktionsnetzwerk integrieren.

Und die Motion Technology Company ist bei Weitem nicht allein. Analysten des Finanzdienstleisters Morgan Stanley prognostizieren, dass der Markt für humanoide Systeme bis 2050 auf mehr als 5 Billionen US-Dollar anwachsen könnte und bis dahin rund eine Milliarde humanoide Einheiten im Einsatz sind – davon etwa 90 Prozent in Industrie und Gewerbe. Auf jeden zehnten Menschen käme dann ein Humanoider als unterstützende Kraft.

Ob es tatsächlich so viele sein werden, wird sich zeigen. Aber fast alle Experten sind sich einig, dass humanoide Roboter ein enormes Marktpotenzial haben. Auch Schaeffler hat diesen Geschäftsbereich längst als Wachstumsmarkt mit großem Potenzial identifiziert und sich entsprechend breit aufgestellt. Mit seinem Pionier-Gen und globaler Fertigungsexzellenz verfolgt das Unternehmen eine klare Mission: einer der führenden Technologiepartner im wachsenden Humanoidenmarkt zu werden. Andreas Schick, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf der Schaeffler AG und im Vorstand verantwortlich für die Aktivitäten im Bereich Humanoide, sagt: „Schaeffler verfolgt das Ziel, eine Schlüsselposition im wachsenden Markt der humanoiden Robotik einzunehmen.“ Aufgrund seiner jahrzehntelangen Fertigungsexpertise sei das Unternehmen imstande, einzelne Bauteile und Systeme in höchster Qualität in größten Stückzahlen in kürzester Produktionszeit zu liefern.

In diesen vier Bereichen der humanoiden Robotik ist Schaeffler aktiv:

Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt

Schaeffler setzt humanoide Roboter entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein und kennt dadurch die Anforderungen und Bedürfnisse des Marktes aus erster Hand. So gelingt es Schaeffler, skalierbare Lösungen aus der Automobil- und Industriebranche erfolgreich in die humanoide Robotik zu übertragen und maßgeschneiderte Produkte für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. Mit einem umfassenden Portfolio aus acht Produktfamilien deckt das Unternehmen das gesamte Spektrum der Anforderungen an humanoide Roboter ab. Dabei machen integrierte lineare und rotatorische Aktoren – eine der Schlüsselkompetenzen von Schaeffler – etwa die Hälfte aller Komponenten eines Humanoiden aus. Das unterstreicht die starke vertikale Integration sowie gebündelte Expertise der Motion Technology Company.

Sebastian Jonas, der sich als Leiter Advanced Production Technology bei Schaeffler um den Einsatz von Humanoiden in den Schaeffler-Werken kümmert, ist begeistert von der Vielseitigkeit der Mensch-Maschinen. Er sagt: „Humanoide Roboter sehen, verstehen und entscheiden in Echtzeit und lassen sich nahtlos in unsere gesamte Wertschöpfungskette integrieren, von der Logistik bis zur Produktion. Entscheidend für ihren Durchbruch wird jedoch Wirtschaftlichkeit sein: Nur wenn sie kosteneffizient, einfach zu integrieren und hochverfügbar sind, werden humanoide Systeme flächendeckend Einzug in die Industrie halten.“

Humanoide – die Allrounder

„Ich glaube an eine friedliche Robotik, die den Menschen hilft und sie unterstützt. Wenn wir die globale Entwicklung sehen – mit der immer älter werdenden Bevölkerung – dann fehlen uns in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Arbeitskräfte, allein in China, Japan und Europa. Der Robotermarkt wird der größte Markt der Welt“, sagt David Reger, CEO und Gründer von Neura Robotics, im Interview mit The Pioneer.

Humanoide Roboter stehen kurz davor, überall dort einzuspringen, wo Menschen fehlen oder entlastet werden müssen. Einige Beispiele:

Humanoide@Fertigung

Humanoide in der Industrie können sich nahtlos in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren, Menschen bei repetitiven und ergonomisch anspruchsvollen Tätigkeiten entlasten und dadurch die Produktivität deutlich erhöhen. Durch ihre menschenähnliche Mobilität lassen sie sich ohne große Umbauten in bestehende Fertigungszellen einbinden, dort führen sie zum Beispiel Aufgaben wie Materialnachschub oder Schraubarbeiten zuverlässig aus.

Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt© SweetBunFactory/iStock
Humanoide@Logistik
Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt© SweetBunFactory/iStock

Humanoide könnten die Logistik revolutionieren: Sie heben, transportieren und sortieren Waren, übernehmen Bestandskontrollen und Kommissionierung – und das rund um die Uhr. Ihre menschenähnliche Beweglichkeit erlaubt flexible Einsätze in engen Regalgängen oder auf unebenen Böden, wo klassische Roboter an Grenzen stoßen. So steigern sie Effizienz, reduzieren Fehler und entlasten Mitarbeitende spürbar.

Humanoide@Arzt, Hotel, Zuhause

„Der Bereich der Robotik wird deutlich größer sein als der Markt der Smartphones, Automotive und alles zusammen. Es wird Roboter im privaten Bereich geben, in jedem Haushalt, aber genauso auch in jeder Industrie, in jedem Restaurant, in jedem Hotel, beim Arzt“, sagt David Reger, CEO und Gründer von Neura Robotics, Technologiepartner von Schaeffler.

Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt© EvgeniyShkolenko/iStock

Schaeffler sorgt für Kraft und Beweglichkeit

25 bis 30 Aktoren in Gelenken wie Schulter, Hüfte oder Knie – Schaefflers Aktorik liefert dafür höchste Präzision.

Ca. 50 % aller Komponenten eines Humanoiden kommen aus dem Bereich der linearen und rotatorischen Antriebe.

© Svetlana Kuzmina (iStock)

Jüngstes Produkt-Highlight von Schaeffler im Bereich Robotik ist ein speziell für Humanoide entwickelter Planetenradaktor, den Schaeffler erstmals auf einer globalen Leitmesse zeigt.

Das kann die maßgeschneiderte Antriebslösung
  • Kompakt: Das System vereint ein zweistufiges Planetengetriebe, einen Elektromotor sowie Encoder und Controller in einer bauraumoptimierten Einheit.
  • Leistungsstark: Der integrierte Aktor deckt einen Drehmomentbereich von 60 bis 250 Nm ab, bleibt thermisch stabil und liefert hohe Drehmomenttransparenz für dynamische und präzise Bewegungen.
  • Back-Drive-Ability: Während viele herkömmliche Aktoren kaum rücktreibbar sind, erlaubt der innovative Schaeffler-Planetenradaktor eine kontrollierte Rückbewegung – ein zentraler Vorteil für feinfühlige, sichere und energieeffiziente Robotik.
  • Komplett inhouse gefertigt: Alle Komponenten – vom zweistufigen Planetengetriebe über Motor und Encoder bis zum Controller – stammen aus eigener Entwicklung und Produktion, was Qualität, Zuverlässigkeit und perfekte Systemabstimmung garantiert.
Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt
Andreas Schick, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf der Schaeffler AG und im Vorstand verantwortlich für die Aktivitäten im Bereich Humanoide
© Schaeffler

„Der innovative Planetenradaktor ist ein serienreifes Schlüsselprodukt aus unserem Produktportfolio und wird Humanoide noch besser und leistungsfähiger machen.“

Partner der Wissenschaft
Humanoide: Die Zukunft beginnt jetzt© Schaeffler

In einem neuen großen Labor an der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur werden Technologien für Robotik und Künstliche Intelligenz entwickelt. Damit kann Schaeffler seine langjährige Partnerschaft mit der NTU auf ein neues Niveau anheben. Die Kooperation mit weltweit führenden Forschungseinrichtungen unterstützt die Motion Technology Company dabei, bevorzugter Technologiepartner für humanoide Robotik zu werden. Schaeffer verfügt über zahlreiche Partnerschaften mit global wichtigen Humanoid-Herstellern, die auch Liefervereinbarungen für Komponenten umfassen. Lesen Sie mehr dazu hier.